Akua Naru


AKUA NARU - USA, Germany

“This lady is the keeper of the cool flow.” - TONY ALLEN

 

"For those of you waitin' for Hip Hop – she's here!"

Akua Naru bringt den schon verloren geglaubten weiblichen Concious-Rap zurück und das direkt aus Köln. Hört man auch nur einen ihrer Songs wird einem allerdings sofort klar, dass die rheinische Domstadt unmöglich die einzige Station in Akua Narus Leben gewesen sein kann.

Afrikanische Rhythmen und Klänge, Einflüsse aus Jazz, Blues und Soul durchziehen die smoothen Beats und ergeben zusammen mit Akua Narus ausdrucksstarker Stimme einen Sound, dem man sich nur schwer entziehen kann. Vergleiche mit den Rap-Poetinnen Lauryn Hill oder Bahamadia liegen auf der Hand.

 

Die in den USA geborene Naru hat unter anderem mit dem weltbekannten Afrobeat-Pionier und Drummer von Fela Kuti, Tony Allen, performed, tourte mit den Lords of The Underground.

Sie teilte sich die Bühne mit Künstlern wie Patrice, Tete, Ursula Rucker, Blitz the Ambassador, Elzhi, Wax Taylor, dem englischen Rapper TY, Mic Donet und den deutschen Power-Produzenten JR & Ph 7. Darüber hinaus arbeitete sie im Rahmen eines Features bereits mit Tuneyards und den legendären Angelique Kidjo und Ahmir „Questlove“ Thompson, Drummer und Kopf der Roots-Band, zusammen.

 

Diesen Februar meldet sie sich nun mit einem neuen Studioalbum "The Miner's Canary" zurück.

Darauf sind u.a. Blitz the Ambassador, Fetsum, Ben L'Oncle Soul und Cody Chessnut als Gäste vertreten.

 

 

AKUA NARU – BIOGRAPHIE

 

Akua Naru (bürgerlich Latanya Hinton) ist eine amerikanische Hip-Hop-Künstlerin, Aktivistin, Songwriterin, Produzentin und Lehrerin.

Latanya Hinton kam in New Haven, CT, zur Welt und wuchs in einer Familie der Arbeiterklasse auf. Sie ist die älteste Tochter einer Bank- und Supermarktkassiererin, und dem Angestellten einer Krankenhauswäscherei. Als sie sieben Jahre alt war, kehrte ihr Vater der Familie den Rücken. Zurück blieb ihre Mutter, die zeitgleich bis zu drei Jobs unter einen Hut bringen musste, um für ihre drei Kinder sorgen zu können.

 

Nach dem schmerzhaften Verlust des Vaters, tröstete sich Akua mit Lesen, versuchte sich erstmals darin, selbst zu schreiben, und verbrachte viel Zeit in der Kirche. Ihre Großmutter war Leiterin des Kindergottesdienstes und ihre Tante leitete den Kirchenchor der Gemeinde, an deren Spitze eine Pastorin stand. Die Erfahrungen in der Pentacostal Holiness Church eröffneten Akua Naru nicht nur die afroamerikanischen Traditionen der Oratorien und geistlichen Musik, sondern auch eine Welt, die von weiblicher Tatkraft, Widerstandskraft und Führungskompetenz geprägt war.

 

Verzaubert von den Werken bekannter afroamerikanischer Lyriker wie Langston Hughes, Phyllis Wheatley und Paul Laurence Dunbar, lernte sie schon in jungen Jahren die Macht des geschriebenen Wortes zu schätzen. Insbesondere ihre Identifikation mit Maya Angelou ging so weit, dass sie schon damals beschloss, Dichterin zu werden – und bald darauf eigene Gedichte verfasste.

 

Als ein Hiphop-begeisterter gleichaltriger Onkel damit begann, die Breaks von Instrumental-Songs mit Kassetten zu eigenen Songs loopen, ermutigte er seine Nichte dazu, ihre Gedichte – ganz im Stile der Oratorien ihrer Pastorin – im Rhythmus seiner Instrumentals zu rezitieren. Was als Spiel begann, wurde so im zarten Alter von acht Jahren zu Akuas erstem Rap. Gemeinsam mit Cousins und Freunden traten die beiden fortan bei Hinterhofpartys der Familie und Veranstaltungen in der Nachbarschaft auf.

 

Mit vierzehn Jahren musste Akua Naru mitansehen, wie eine Frau aus ihrer Nachbarschaft von drei Männern brutal zusammengeschlagen wurde – eine Erfahrung, die den Teenager zutiefst traumatisierte. Das Gefühl der Machtlosigkeit und ihre Angst, der Frau zu helfen, begleitete Akua noch viele Jahre.

 

Hilfe und Unterstützung fand sie bei der City Kids Foundation in New Haven, die sich bemühte „gefährdete“ Jugendliche in künstlerische Projekte einzubinden. Dort sprachen die Kids in wöchentlichen Gesprächsrunden über aktuelle Probleme und politische Entwicklungen wie Racial Profiling, Vaterlosigkeit, Rassismus, Armut und geschlechtsspezifische Gewalt. Dort lernte sie, ihre politischen Ansichten zu hinterfragen, und schärfte ihre Verständnis von sozialer Gerechtigkeit. Ihre Aufnahme in die Repertory Theater Company der City Kids in New York ermöglichte ihr, sich in Theaterwissenschaften, Tanz und Gesang zu schulen. Sie begann, eigene Songs und Bühnenstücke zu schreiben, die öffentlich aufgeführt wurden. Ihre Verblüffung, als sie damals in einem professionellen Tonstudio erstmals den vom Studiolautsprecher verstärkten Klang ihrer eigenen Stimme hörte, war ein Schlüsselmoment, der Rückblickend wohl jenen schicksalhaften Augenblick markierte, in dem sich ihre Leidenschaft für Studioarbeit und Bühnenauftritte endgültig Bahn brach – worauf sie mit Spoken-Word-Poesie und eigenen Raps erstmals vor Publikum auftrat, dass nicht aus Nachbarn, Freunden und Familie bestand.

 

 

Mit dem Ziel, die ethnischen und ökonomischen Bedingungen in amerikanischen Großstädten zu kontextualisieren, setzte Akua sich zum Ende ihrer Teenagerzeit intensiv mit den Werken politischer Theoretiker auseinander. Die Lebenswerke von Malcolm X und Assata Shakur hinterließen einen nachhaltigen Eindruck und führten zu einer stärkeren Sensibilisierung und einem tieferen Verständnis der afrikanischen Kultur. In der Folge begann sie, den Namen Akua Naru zu tragen.

 

 

Während ihres Urbanistik-Studiums an der Rutgers University lebte Akua in der Stadt Camden in New Jersey und befasste sich insbesondere mit der Frage nach den geografischen und ökonomischen Faktoren, die bis zum heutigen Tage für Rassentrennung und die Benachteiligung von Menschen anderer Hautfarbe verantwortlich sind und ganze Communitys zerstören, wie sie damals am Beispiel ihres eigenen Wohnortes tagtäglich vor Augen geführt bekam - immerhin galt die restlos verarmte Industriestadt Camden aufgrund ihrer hohen Mord- und Verbrechensrate als „gefährlichste Stadt der USA“. Ein Umstand der Akua nicht davon abhielt, vor Ort für ihre Studien zu recherchieren.

 

In ihrem anschließenden Pädagogikstudium an der University of Pennsylvania beschäftigte sich Akua schwerpunktmäßig mit dem Einfluss der Armut auf die Lernkultur afroamerikanischer Jugendlicher im innerstädtischen Umfeld. Während dieser Zeit arbeitete sie als Lehrerin für Literatur und Poesie für das Moving-Creations-Programm in Philadelphia, in dessen Rahmen weibliche Künstlerinnen Mädchen im Teenageralter künstlerisch bilden, und für das Cooperative Women’s Education Project (CWEP), wo sie Literatur unterrichtete und Lehrpläne für berufstätige alleinerziehende Mütter entwickelte, um diese auf den amerikanischen GED-Test (entspricht der deutschen Hochschulreife) vorzubereiten.

 

Eine Reihe von Gewaltverbrechen, deren Zeugin sie wurde und von denen sich eines nur ein paar Schritte von ihrer eigenen Wohnungstür entfernt ereignete, veranlassten Akua, die Vereinigten Staaten zu verlassen. Eine zweijährige Reise, auf der sie immer wieder als Musikerin auftrat, führte sie zunächst durch Südostasien und nach China, wo eine Zeit der Selbstfindung begann und sich ihr die Chance bot, die politische Situation in Amerika aus der Ferne zu beobachten.

 

Von China aus verschlug es Akua nach Deutschland. In ihrer heutigen Wahlheimat Köln begegnete sie dem Schlagzeuger Christian Nink, mit dem sie später die Band DIGFLO gründete. Neben ihrer Musik, die sie auf den unterschiedlichsten Bühnen der Domstadt präsentierte, gab sie im Rahmen der Studiengänge Anglo-Amerikanistik der Universität zu Köln und Anglistik/Amerikanistik der Bergischen Universität Wuppertal Kurse in den Fächern Writing und Cultural Studies. Auf ihren Reisen dienten ihr Köln und Paris stets als Ausgangspunkte. Von ihrem Lebensmittelpunkt in Europa aus unternahm Akua Naru zahlreiche Reisen nach Afrika. Nigeria und Ghana sind Länder, deren Kultur ihre Musik nachhaltig beeinflusst hat.

 

Als Dozentin an der Rutgers University-Camden (NJ, USA), der Bergischen Universität Wuppertal, der Universität zu Köln sowie am Pivot Point College (China) tätig. Am Oberlin College, der Princeton University, Fordham University, Rowan University, Niagara University und in unzähligen Klassenzimmern, Kirchen, kommunalen Einrichtungen und weiteren Orten in allen Teilen der Welt referierte Akua über ihren Beruf und ihre soziales Engagement. Während ihrer Tourneen veranstaltete sie Workshops im Senegal, in Belgien, Zimbabwe, Brasilien, Slowenien, Deutschland, Indien, den USA und weiteren Ländern. Im Jahr 2012 war sie Ehrengast der „16 Days of Activism“ in Zimbabwe, einer Aktion gegen genderspezifische Gewalt. Gemeinsam mit der renommierten Wissenschaftlerin, Professorin für African Studies und Buch-Autorin Dr. Tricia Rose hielt sie zahlreiche Vorlesungen über die Hip-Hop-Kultur an der HipHop Academy in Hamburg.

 

Neben ihren Solo-Alben bestritt Akua Naru eine ganze Reihe von Gastauftritten. So ist sie beispielsweise an der Seite von Ahmir „Questlove“ Thompson, Angeligue Kidjo und tUnE-yArDs auf dem Titel „Lady“ der kürzlich veröffentlichten „Fela Kuti“-Tribute-Compilation der Red Hot Organisation zu hören; an der Seite von Elzhi auf dem Titel „My Window“, der auf dem Album Dusty Rainbow from the Dark des französischen Produzenten Wax Tailor erschien; an der Seite des Motown-France-Künstlers Ben L'Oncle Soul auf einem Remix des Titels „So Hard to Find“ von seinem im August letzten Jahres veröffentlichten Album A Coup De Reves und an der Seite der legendären Rapperin Rah Digga auf dem Titel „As The World Turns“ aus Hip Hop After All, dem neuen Album des französischen Produzenten Guts.

 

Mit ihrer Band spielte Akua Naru bereits auf Bühnen in der ganzen Welt. Dabei trat sie u.a. in folgenden Ländern auf: Indien, Rumänien, Nigeria, USA, Kanada, Brasilien, Russland, Deutschland, Schweiz, Simbabwe, Frankreich, La Réunion, Guadeloupe, Belgien, Kap Verde, Niederlande, Spanien, Italien, Portugal, Tschechien, Slowenien, Georgien, Jordanien, Ungarn, Österreich und Senegal.

 

 

Diskografie

 

The Journey Aflame (2011)

 

Im Anschluss an eine Reise nach Westafrika arbeitete Akua gemeinsam mit dem Kölner Produktionsteam The Drumkidz an The Journey Aflame. Akua Narus nachdenkliches und poetisches Debütalbum erschien im Januar 2011 bei dem Kölner Indie-Label Jakarta Records. Themen des Albums sind der geschichtliche Einfluss auf die Gegenwart, Akuas Erlebnisse auf Reisen und eine kritische Auseinandersetzung mit zeitgenössischen politischen Fragen. Das von Akua Naru und Matthias Cygan produzierte Album entstand über einen Zeitraum von sechs Monaten. Der Sound von The Journey Aflame zeichnet sich durch eine die Mischung aus samplebasiertem Hip-Hop und einem Hauch von Live-Instrumentation aus. An der Produktion des Albums beteiligt waren die Beatmaker JR & Ph7, 7inch, Drumkidz, Björn Bornhold und DIGFLO. Hinzu kamen Gastauftritte von Mic Donet, Blitz The Ambassador und Dr. Tricia Rose.

 

 

Live & Aflame Sessions (2012)

 

Nach einer US-Tour mit ihrer Band im September 2011 begann Akua Naru mit der Arbeit an einem Projekt, das später unter dem Namen Live & Aflame Sessions erschien. Das Ziel, eine Brücke zwischen Akuas energiegeladenen Live-Auftritten und den samplebasierten Titeln des Debüts The Journey Aflame zu schlagen, äußerte sich in einem größeren Facettenreichtum und dem stärker durch Jazz beeinflussten Live-Hip-Hop-Sound. Das vollständig von Akua Naru produzierte Album Live & Aflame Sessions erschien im Mai 2012 bei Jakarta Records.

 

Die Live & Aflame Sessions wurden von Wolfgang Stach im Kölner Maarwegstudio2 aufgenommen, wo vor kleinem Publikum auch eine Reihe von Live-Videos aufgezeichnet wurden, die begleitend zum Album auf ARTE, Soulculture.co.uk, Okayplayer.com, MTV Wrap Up und anderen Plattformen Premiere feierten. Neben Akua Naru und ihrer Band DIGFLO sind auf dem Album auch verschiedene Percussion-Künstler, Streicher und Bläser sowie die aus Buffalo, NY stammende Soul-Sängerin Drea d’Nur vertreten. 

KooperationpartnerInnen: